Wie ihr euch gebt, so seid ihr…

…so ungefähr würde ich zusammenfassen, worüber ich heute in Ute Freverts: Bürgerinnen und Bürger und in Ulrike Döckers: Die Ordnung der bürgerlichen Welt gelesen habe. Im Grunde ging es darum, dass Ideen von Männlichkeit und Weiblichkeit an der Körperlichkeit der Menschen und ihrem Habitus festgemacht wurden zum Zwecke, eine, aus der Sicht der männlichen, weißen Bürger, funktionierende Gesellschaft zu bilden. Funktionieren hieß in diesem Zusammenhang die Sicherung des sozialen Status` der (männlichen und weiblichen) bügerlichen Schicht auf Kosten der Frauen, da sie nicht am allgemein proklamierten, postaufklärerischen Ideal der Individualisierung des Menschen teilhaben durften. Im Gegenteil: Es bedurfte zwingenderweise ihrer Unterwerfung unter den Mann, um das Gesellschaftssystem zu stabilisieren.Wahninn!!!

Immer, wenn mir Menschen begegnen, die mich fragen, wozu es sowas wie Emanzipation oder Feminismus oder gar Gender Studies braucht, weil doch alles so TuttiFrutti sei, denen würde ich so gerne einen langen Monolog halten über Rousseau, Fichte, Freud und die ganzen Konsorten und dann darauf hinweisen, dass das alles gerade mal fucking Hundert Jahre her ist und die Wirkmächtigkeit bügerlicher Wertvorstellungen sind in diesem Land nicht zu unterschätzen!

D.

Aktuelle Hausarbeit

Heute war ich in der Bibliothek und habe in Ute Freverts „Krankheit als politisches Problem 1770-1880“ gelesen für meine Hausarbeit, an der ich gerade schreibe. Worum gehts es denn dabei genau, fragt ihr euch – und das zu Recht, also hier ein kleiner Überblick über das Thema meiner Hausarbeit in Geschichte (SE Frauen in Politik und Kultur im Kaiserreich und in der Weimarer Republik bei Frau Wienfort an der Technischen Uni)

Der Titel lautet: „Das unsichtbare Laster. Die Reglementierung der Prostitution 1871 – 1914.“ Hey, nicht einschlafen sondern weiterlesen, das ist echt ein spannendes Thema (aber ich bin etwas subjektiv eingestellt, da ich ja alles rund ums Thema Prostitution spannend finde)

Meine Fragestellung lautet: Wie und wo fand Prostitution in der bürgerlichen Gesellschaft ihren Platz?

Meine These lautet: Die Reglementierung der Prostitution konnte das Spannungsfeld zwischen bürgerlicher Moral und dem „liederlichen Gewerbe“ der Prostitution nicht auflösen. Trotzdem wurde, auch angesichts massiver zeitgenössischer Kritik, noch bis 1927 an der polizeilichen Kontrolle des prostitutiven Gewerbes festgehalten. Die Vermutung liegt daher nahe, dass die Reglementierung noch einem anderen Zweck diente, nämlich der (Re-) Stabilisierung des ins wanken geratenen bürgerlichen Wertesystems hinsichtlich der Geschlechterverhältnisse. Durch die Kontrolle und Reglementierung der Prostituierten sollten alle Frauen wieder an den ihnen angestammten Platz in der Gesellschaft verwiesen werden.

Daran arbeite ich jetzt ca. 1 Monat, ich denke solange werde auch nochmal brauchen.

Wenn euch die Arbeit interessiert, schreibt einen Kommentar, dann schicke ich euch noch mehr Infos oder auch gern die fertige Arbeit (als schreibgeschützte pdf, also keine falschen Hoffnungen machen ;-))

D.