„Es ist was es ist“

weiße Blüte

weiße Blüte

So lautet der Titel des Gedichtesammelbandes von Erich Fried, welches ich gerade lese und ich finde, es ist an der Zeit euch an der Einfachheit und Schönheit seiner Werke teilhaben zu lassen. Ich habe Erich Frieds (Liebes)Gedichte erst vor Kurzem für mich entdeckt und das war wohl auch gut so, denn ich wäre beim Verfassen meiner eigenen Texte wahrscheinlich gehemmter gewesen, wenn ich ihn gekannt hätte.

Ich habe einen ähnlichen Stil, wie er (bald poste ich auch mal was von mir), bin aber weit entfernt von der, ich finde kein anderes Wort,  Schönheit von Frieds Gedichten. Er schreibt u.a. über viele Facetten von Liebe auf eine Art, die mich seinen Schmerz und seine Sehnsucht, seine Verwunderung und Freude förmlich spüren lässt, waaaahnsinn!!!

Ich weiß zwar nicht, wie sich das mit dem Copyright verhält aber vielleicht bin ich ja mit einer ausführlichen Literaturangabe aus der Schneiderin!?

Nachdem ich lange überlegt habe, habe ich mich für entschieden für:

Eine Art Liebesgedicht

Wer sehnt sich nach dir,  wenn ich mich nach dir sehne?

Wer streichelt dich, wenn meine Hand nach dir sucht?

Bin ich das oder sind das die Reste meiner Jugend?

Bin ich das oder sind das die Anfänge meines Alters?

Ist das mein Lebensmut oder meine Angst vor dem Tod?

Und warum sollte meine Sehnsucht dir etwas bedeuten?

Und was gibt dir meine Erfahrung, die mich nur traurig gemacht hat?

Und was geben dir meine Gedichte, in denen ich nur sage

wie schwer es geworden ist, zu geben oder zu sein?

Und doch scheint im Garten im Wind vor dem Regen die Sonne

und es duftet das sterbende Gras und der Liguster

und ich sehe dich an und meine Hand tastet nach dir

Erich Fried, Es ist was es ist : Liebesgedichte Zorngedichte Angstgedichte, Berlin 1994, S. 15.

Nee, wat is det schön!

D.

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Wie ihr euch gebt, so seid ihr…

…so ungefähr würde ich zusammenfassen, worüber ich heute in Ute Freverts: Bürgerinnen und Bürger und in Ulrike Döckers: Die Ordnung der bürgerlichen Welt gelesen habe. Im Grunde ging es darum, dass Ideen von Männlichkeit und Weiblichkeit an der Körperlichkeit der Menschen und ihrem Habitus festgemacht wurden zum Zwecke, eine, aus der Sicht der männlichen, weißen Bürger, funktionierende Gesellschaft zu bilden. Funktionieren hieß in diesem Zusammenhang die Sicherung des sozialen Status` der (männlichen und weiblichen) bügerlichen Schicht auf Kosten der Frauen, da sie nicht am allgemein proklamierten, postaufklärerischen Ideal der Individualisierung des Menschen teilhaben durften. Im Gegenteil: Es bedurfte zwingenderweise ihrer Unterwerfung unter den Mann, um das Gesellschaftssystem zu stabilisieren.Wahninn!!!

Immer, wenn mir Menschen begegnen, die mich fragen, wozu es sowas wie Emanzipation oder Feminismus oder gar Gender Studies braucht, weil doch alles so TuttiFrutti sei, denen würde ich so gerne einen langen Monolog halten über Rousseau, Fichte, Freud und die ganzen Konsorten und dann darauf hinweisen, dass das alles gerade mal fucking Hundert Jahre her ist und die Wirkmächtigkeit bügerlicher Wertvorstellungen sind in diesem Land nicht zu unterschätzen!

D.