Die Spreu vom Weizen trennen

So ihr lieben, dank einer hartnäckigen viruserkältungserkrankung habe ich in der letzten woche soviele filme, wie noch nie in so kurzer zeit geschaut und nun möchte ich euch einige unbedingtanschauentipps für dunkle kalte herbsttage gebenn:

‚The kids are all right: offizielles filmposter

annette bening und julianne moore als verheiratetes oberschichtspaar – muss ich noch mehr sagen? dieser film ist überraschend unhollywoodisch, besonders, was den umgang mit den hauptdarstellerInnen angeht. die haben falten, haare anne beine, speckrollen und fettige haare und julianne moore musste endlich mal nicht ihre tollen sommersprossen wegschminken. der ausgangspunkt der story ist schnell erzählt: kinder von lesbischem ehepaar wollen wissen, wer der samenspender ist. alle lernen sich kennen und nichts ist mehr, wie es war und dann wieder doch, aber besser. es ist eine geschichte, in der die menschen am chaos wachsen, alle familienmitglieder (die beiden mums, sohn und tochter) arbeiten sich am spender (mark ruffalo als charmanter, zauseliger lebenskünstler) ab. strukturen brechen auf, das familienoberhaupt annette benning kämpft panisch um ihre vormachtsstellung und muss erkennen, dass ihr führungstil die kinder erstickt, ihre frau von ihr wegtreibt und sie selbst dem übermäßigen alkoholkonsum anheim fallen lässt. im prinzip wirkt die begegnung mit dem samenspender wie ein sturm, der es ermöglicht, aus den scherben etwas neues zu bauen, das alte neu zu strukturieren und sich zu besinnen, worauf es einem ankommt. klar feministische erzählperspektive, die jungs in dem film kommen nich so gut weg bzw. die weiblichen charaktere sind sehr viel stärker gezeichnet, besonders der sohn bleibt etwas blaß. aber das ist angenehm, mal zur abwechslung keine ’sohn-sucht-starke-vaterfigur-geschichte‘ sondern es geht um ein gefestigtes paar, welches, wie julianne moore in einer sehr starken szene eindrucksvoll sagt, aufgehört hat, das gegenüber zu sehen sondern nurnoch eine spiegelung der eigenen persönlichkeit.

annette bening und julianne moore gemeinsam lachend in großaufnahme ein außergewöhnlicher hollywoodfilm, der keine angst hat vor der größe und der präsenz der weiblichen   hauptdarstellerinnen, in dem Lesbisch-sein nicht als problem thematisiert wird, sondern eher der hetero samenspender, der sich in julianne moore verliebt, als merkwürdig deplatziert erscheint. alles in allem ein witziger, glaubhafter, schmerzhafter, charmanter, intelligenter plot – mein absoluter filmtipp, unbedingt anschauen!

‚Remember me‘:

ein film mit dem unerwartetesten und traurigsten ende, dass ich je gesehen habe! robert pattinson, der echt nen guter schauspiOffizielles Plakateler ist auch ohne glitzerhaut und vampirzähne, spielt einen verkorksten, intelligenten aber mit dem leben im ganzen und seiner familie im speziellen, hadernden typen anfang 20. zerrüttete verhältnisse nach dem freitod seines älteren bruders, unausgesprochene vorwürfe, nicht verarbeitete traumata. er wütet, treibt und säuft und raucht und…findet die liebe (in person von emilie de ravin). ein leise erzählter und dreckig daherkommender film (roberts tshirts sind löchrig, seine wohnung ist ein saustall, nur die anwaltskanzlei vom dominaten herrischen vater (pierce brosnan) ist hell und sauber und glänzt), der davon erzählt, dass die dinge sich ihren weg bahnen, egal, wie tief wir sie in uns verbuddeln. er erzählt von der kostbarkeit des moments, der verletzbarkeit der menschen und das manche wunden heilen und manche nie verblassen. das ende hinterlässt zwar einen echt bitteren beigeschmack aber alles in allem nen gelungener start für pattinson in die ära nach der twilight-saga.

‚R.E.D.‘ :

ein film für alle bruce willis fans und für alle, die mal helen mirren am mg-gewehr ballern sehen wollen. solide gestrickter actionfilm über eine generation von aussortierten cia-agentInnen, die es nicht so recht lassen können und sich aus dem ruhestand zurückmelden, als bruci in folge einer verschwörung umgebracht werden soll. in weiteren rollen john malkovich, morgan freeman, richard dryfuss und ACHTUNG ACHTUNG: Karl Urban! mein persönlicher favourit, weil ein lecka schnittchen. mensch beachte hier besonders die szene, wo er sich mit bruce kloppt. was habe ich nur imma mit männern, die schnittwunden im gesicht haben, ts ts ts, is wohl nen fetisch 😉

‚Er steht einfach nicht auf dich‘ (He’s just not that into you‘) offizielles filmposter

ein herrlich ehrlicher film über die kunst des (miß)interpretierens von zeichen. ja, der film ist wie die meisten hollywoodfilme (ausnahme siehe ‚the kids are allright‘) heteronormativ und teilweise stereotyp gezeichnet aber justin long dabei zuzusehen, wie er dem weiblichen cast (u.a. drew barrymore, jennifer aniston, scarlett johanson) wieder und wieder eintrichtert: wenn er sich nicht meldet, steht er nich auf dich! ist einfach zu herrlich. scheiß auf all die märchen darüber, dass mensch sich nur genug vorführen lassen und zappeln und leiden muss, dann wird alles gut. nein, lerne die menschen zu unterscheiden in die, die bleiben und die, die gehen und halte dich an ersteres und lasse die zweiten los. eine gute lektion, die lockerflockig erzählt wird, guter film!

Verrückt nach dir(Going the distance):

blöder dt. titel aber sehr gelunger, witziger film über eine fernbeziehung in zeiten von skype und blackberry. drew barrymore und ihr on-of-lover justin long spielen schön unprätenziös und es geht streckenweise ziemlich versaut zu, was mich überrascht hat, weil hollywood und so. z.b. ist da christina applegate als sexuell frustierte schwester von barrymore, die nurnoch beim dry humping kommen kann oder long und barrymore beim peinlichen telefonsex. sehr sehenswert!

P.S. Ich liebe dich‘ (P.S. I love you)

offizielles Plakatja ja ja ich weiß, ein heulfilm aber wenn schon, denn schon. nach 10 min.geht das geheule los und endet erst weit nach dem abspann – herrlich! Gerard Butler als toter ehemann (gehirntumor), der vor seinem tod seiner frau (hilary swank) briefe schreibt und ihr nach seinem ableben zukommen lässt, um ihr den weg in ein leben ohne ihn zu erleichtern. butler als liebenswerter irischer musikerschussel (alter, der typ kann singen!) mit lecka lederarmbändern und holzfällerhemd, swank immer am rande des nervenzusammenbruches, laviert sich sehr mitreissend durch das erste trauerjahr. kathy bates als ihre desillusionierte mutter, versucht ständig die tochter zum funktionieren zu zwingen, ohne zu bemerken, wie sehr sie selbst darunter gelitten hat, nicht angemessen um ihren gatten trauern zu können als er sie mit zwei kleinen kindern sitzen ließ. toller taschentuchalarmfilm über das zulassen von schmerz und das loslassen von geliebten menschen.

Wie ein einziger Tag(The notebook):

eieieiei, dit is wat für alle, die ans schicksal glauben (wollen) und daran, dass die liebe einen findet, egal wie weit mensch wegrennt und sich versteckt. ryan gosling (ich mochte es kaum glauben, aba der ist nen echt guter schauspieler) gibt einen jungen holzarbeiter in den 30er Jahren im süden der usa, der sich in die tochter aus gutem hause (rachel mcadams) verliebt und mit ihr einen sommer offizielles Plakatvoller fahrrad fahren, schwimmen und rumknutschen verbringt. dann mischen sich die eltern ein und es kommt, wie es kommen muss:  ihre wege trennen sich, er geht zur armee, sie verliebt sich beim lazarettdienst in einen schnittigen armeetypen. kurz vor ihrer hochzeit treffen der holzhackertyp und die braut in spé wieder aufeinander und das schicksal nimmt seinen lauf. so weit, so bekannt, wäre auch nicht weiter spannend, wären da nicht die hauptdarstellerInnen gosling und mcadams. sie spielen die innigkeit und tiefe dieser liebe und den schmerz über die zwänge ihrer zeit so eindringlich, dass ich garnicht anders konnte als mitzufiebern, ob sie sich nun kriegen oder nicht. das ist ein echter nicholas sparks (der film basiert auf seinem gleicnamigen roman), wurde aber von nick cassavetes in der regie so kraftvoll umgesetzt, dass ich einige plakative szenen (wie z.b. tanzen ohne musik auf der straße an einem lauen sommerabend) verzeihen kann. dieser film lässt unglücklich verliebte und glückliche päarchen gleichermaßen hoffen auf die unsterblichkeit der liebe, super!

Bis(s) zum Morgengrauen‘ (Twilight), robert pattinson, kristen stewart und taylor lautner in Großaufnahme

‚Bis(s) zur Mittagsstunde‘ (New moon),

‚Bis(s) zum Abendrot‘ (Eclipse)

ja, ich habe mich lange erfolgreich geweigert, mir diese vampirsaga reinzuziehen und bin jetzt doch schwach geworden. das habe ich nun davon: ich bin angefixt und muss wie alle anderen sterblichen noch EIN JAHR warten, bis ich sehe, wie weiter geht, so ein kack! also, kannste sagen, was du willst, die geschichte funktioniert, weil robert pattinson und kristen stewart auch in echt nen paar sind und das merkste. die ziehen sich an wie magneten, dass es nur so eine freude ist. die story ansich ist jetzt nicht soooo der knaller. bella (kristen stewart) kommt zu ihrem vater in die kleinstadt, um da zu leben, weil mutti mit neuem typen auf tour ist. kleinstadt is scheiße langweilig, bella nicht der typ ‚cheerleaderin‘, also sind die probleme auf der highschool vorprogrammiert und zack bumm peng – da ist er: robert pattinson als bleicher, hagerer, unverschämt sexy verwuschelter vampir edward cullen, der eigentlich schon 109 Jahre alt ist. nun gut, die geschichte ist bekannt, sie verlieben sich, bella will auch unsterblich werden, edward will das nicht. dann gibt es noch die gegnerInnen der vampirInnen, die werwölfe (ein unnatürlich aufgepumpter, hackfressiger taylor lautner, der nie tshirts trägt, DAS ist wirklich gruselig ;),mit denen es erst revierstreitigkeiten und dann eifersüchteleien um bella gibt. dann gibts die große verbrüder/schwesterung der beiden feindInnen wegen anderen, bösen vampirInen und so weiter und so fort. ich fand die story nettes beiwerk, entscheidend ist die entwicklung der beziehung von edward und bella und auch wenn er schrecklich prüde ist (edward will bella erst heiraten, bevor er sie fickt), lohnt es sich dabei zuzuschauen, wie bella mit ihrer unerschrockenen und abgeklärten, selbstbewußten und streckenweise sogar feministischen art, dem selbstverliebten und an dominanz gewöhnten, altmodischen edward zurechtstutzt und beide dabei nie einen zweifel lassen, dass sie für einander bestimmt sind. new moon lahmt dabei etwas, was vor allem daran liegt, dass edward kaum mitspielt und sich alles um die beziehung von bella zum werwolf jacob (taylor lautner) dreht, aber twilight und vor allem eclipse sind gut gelungen, auch wegen den vampir-und-werwolfkampfszenen (die ich als alte actionfilmfanin natürlich ganz besonders zu schätzen weiß ;)) also, wer keine angst hat, süchtig zu werden, unbedingt anschauen, harry potter für große 😉

So, zum Abschluss noch drei Filme, die ihr NICHT schauen müsst, wenn es sich vermeiden lässt:

Love Vegas(what happens in vegas)

vorhersehbarer plot um zwei unbekannte, die sich im suff in vegas heiraten und dann gegen ihren willen verheiratet bleiben müssen. ach und um einen geldgewinn, der erst geteilt werden kann, wenn die beiden beweisen, dass sie ernsthaft an ihrer ehe arbeiten, geht es auch noch, dass ist aba total egal, weil es zu keiner minute funkt zwischen den hauptdarstellerInen cameron diaz und ashton kutcher, die geschichte wenig überraschungen birgt und der cast vor allem mit cameron diaz fehlbesetzt ist.

‚Umständlich verliebt‘

ähnlicher Grund, warum ich den film doof fand: jason bateman und JENIFER ANISTON! Hä? Wie besoffen muss mensch denn sein, um sich diese konstellation einfallen zu lassen? Jenifer sollte einfach mal aufhören, diesen everyones darling scheiß zu spielen, ich bin sicher, die kann mehr, aber der film is echt kacke langweilig und kein mensch glaubt auch nur eine sekunde, dass bateman und aniston sich was nach drehschluss zu sagen hatten. plot: alleinstehende aniston will kind auch ohne mann, lässt sich besamen. bateman ist heimlich in aniston verliebt, ist aber nur ihr bester freund, schießt sich dementsprechend auf der ‚I get pregnant‘ Besamungsparty (als ob irgendjemensch auf der welt das so machen würde! *augenroll*) richtig ab und vertauscht im suff sein sperma mit dem des superblonden und superperfekten spenders (‚ich unterrichte einen kurs an der columbia über die klassiker feministischer literatur‘ – na wahnsinn! ein feminist! 😉 ) es kommt, wie es kommen muss, aniston wird von bateman schwanger ohne von dem samentausch zu wissen, es kommt zu verwirrungen und verirrungen und zum schluss sind alle glücklich, olé. Gääääääääääääähn. Der einzige Lichtblick waren die Szenen zwischen bateman und seinem filmsohn sebastian (thomoas robinson). wie sich die beiden bei einer läuseinvasion näher kommen ist niedlich aber der rest is fürn ar***.

richtig fürn arsch ist:

Spread

außer ihr steht drauf, ashton kutcher zwei stunden beim ficken zuzusehen – ja, ich weiß, das klingt erstmal nicht wie das schlimmste auf der welt, aber (und ich kann kaum glauben, dass ich das sage), spätestens nach 20 min. nervt sein nackter hintern und sein dummes gehabe so dermaßen, dass ich leider ausschalten musste. ich weiß also nicht, wie der film weitergeht, sorry, an eurer stelle würde ich zu den guten szenen vorspulen und mir den rest schenken. ich hatte das gefühl, dass kutcher (der coproduzent war) einfach mal wieder ordentlich ficken wollte und zwar nicht demi, also hat er diesen plot an land gezogen. Überflüssiger, nichtsagender pseudoporno. schade!