Pirat_innen, fertig zum (k)entern!

Danilola bloggt in seinem, m. E. gut gelungenem Eintrag darüber, warum er die Piratenpartei momentan nicht wählen würde aber im Herzen eine Pirat_in in der ursprünglichen Bedeutung des Wortes ist.

MMhhh, das sollte doch eigentlich sein Recht sein, sich aus einer genderkritischen Perspektive mit Parteiprogramm, Parteistruktur und parteinahem Umfeld auseinanderzusetzen. Die Mehrzahl der bisher 270 Kommentare zeigen mir allerdings, dass ein Kratzen an tradierten Geschlechterdenkmustern wie ein Stich ins Wespennest ist. Es wird gebissen und getreten und mit Händen und Füßen die liebgewonnene Geschlechterordnung verteidigt, obwohl diese in Danilolas Beitrag überhaupt nicht zur Disposition stand.

Es wurde nicht so hitzig diskutiert über Danilolas Hinweise auf die fehlende Auseinandersetzung mit Barrierefreiheit im Netz oder Themen rund um den Umweltschutz. Nicht, das ich Netzdiskussionen gut heiße, die soweit unter der Gürtellinie sind, dass sie einem den Fuß brechen, aber ich stelle fest, dass die Menschen irgendwie persönlich angepiekt zu sein scheinen, wenn es um Genderthemen geht. Da drehen sich die Argumentationen darum, wer was wem wegnimmt und ob die Natur das so vorher bestimmt hat und ob die Feminist_innen überhaupt wissen, was sie da anrichten etc.

Das sind meine Buddelsachen!!! Geh da weg!

Das sind meine Buddelsachen!!! Geh da weg!

Jetzt kriegt euch mal wieder ein, keine_r will euch eure Buddelförmchen wegnehmen!

Von einer kritischen Auseinandersetzung mit Geschlechternormen und Gesellschaftsordnungen profitieren alle, egal ob und welchen Geschlechts sie sich zugehörig fühlen oder welchen anderen Kategorisierungen sie unterliegen. Letzendlich geht es doch darum, Respekt und Wertschätzung verschiedener individueller Lebensentwürfe und Lebensweisen zu fördern und den Zugang zu gesellschaftlicher Macht bzw. Mitspracherechten und Gestaltungsfreiräumen nicht nur einer kleinen normkonformen weißen, männlichen, heterosexuellen, unversehrten, 25-40 jährigen, bildungsbürgerlichen… Elite zu ermöglichen.

In diesem Sinne: fertig machen zum entern!

D.

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