Glücklich sein – aber wie?

Viele Herzen aus Glas

Viele Herzen aus Glas

Gestern beantwortete das „Promipaar“ Jana Ina und Giovanni Zarrella in einer Sat 1 – Sendung die Frage nach dem Geheimnis einer funktionierenden Ehe folgerndermaßen:

1) DIE FRAU sollte DEM MANN immer das Gefühl geben, er sei der erfolgreichere von beiden und er sollte für DIE FRAU ruhig die Kreditkarte zücken, um alles zu bezahlen, schließlich wolle Jana Ina ja auch mal nur Ehefrau sein und nicht immer alles selbst bezahlen. Und wenn MÄNNER für FRAUEN lässig die Kreditkarte zücken, da stünden FRAUEN doch drauf!

2) Sex mache 50% der PartnerInschaft und wenns in „der Kiste nicht mehr rumpelt“ (O-Ton Giovanni), dann würde Giovanni seine Frau verlassen.

3) Sex mit anderen ist absolut tabu. Giovanni sei zwar noch das wilde Tier seiner Jugend aber er ließe es nicht mehr raus.

So, tief durchatmen und weiter gehts:

zu Punkt 1:

Also dieses DIE FRAU und DER MANN-Gelabere geht mir eh imma auf die Eier. In jeder PartnerInnenschaft müssen Regeln ausgehandelt werden, die davon abhängen, wie die Beteiligten sozialisiert wurden, was ihre Anforderungen und Bedürfnisse sind. Die Kategorisierungen MANN/FRAU helfen da nicht weiter!

Und in einer Beziehung sollte es nicht darum, dem/den Menschen, den/die ich liebe, nicht irgendein Gefühl zu geben sondern authentisch zu sein und um der Selbst Willen geliebt zu werden und zu lieben.

Ich meine damit nicht, dass ich mich bei meinen geliebten Menschen nicht wohl fühle aber das sollte nicht die Folge einer bewußten Handlung sein sondern ein Grundgefühl in der Beziehung. Ich würde nicht wollen, dass mein/e PartnerIn sich verstellt, um mich glücklich zu machen.

zu Punkt 2 und 3:

Was muss das für ein Gefühl für Jana Ina sein, zu wissen, dass ihr/e PartnerIn sie verlässt, wenn sie im Bett nicht mehr funktionieren würde. Die beiden haben einen 7 Monate altes Kind, alle Eltern werden wohl wissen, dass sich die gemeinsame Sexualität nach der Geburt eines Kindes regelrecht zurückerarbeitet werden muss. Und der Druck, wieder Sex haben zu müssen, ist da nicht sehr hilfreich. Zumal das Konstrukt „Mir ist Sex wichtig, ich brauche ihn, ich will ihn aber nur mit meiner/m PartnerIn, denn ich lebe meine ganze Sexualität nur mit einer Person und wenn es nicht klappt, bin ich weg“ ein frag- und merkwürdiges Überbleibsel christlicher und bürgerlicher Moralvorstellungen ist, das alle Beteiligten in ihrer Entfaltung beschränkt und einen künstlichen Druck aufbaut, den ich nicht aushalten könnte/wollte.

Wenn sich zwei Menschen nach reiflicher gemeinsamer Überlegung sagen, sie wollen sich emotional und sexuell treu sein – bitteschön aber davon auszugehen, dass das die einzige und normale Art des Zusammenlebens ist, halte ich nicht für richtig. Letzendlich geht es doch in Beziehungen darum, sich selbst im Zusammenspiel mit geliebten Menschen besser kennenzulernen. Herauszufinden, was die eigenen Bedürfnisse sind und die in der Beziehung zu verhandeln und gemeinsam zu verwirklichen und dazu gehört es m.E. auch, den/die PartnerIn loszulassen und Freiräume zu garantieren. Freiräume wofür auch immer der/die Andere sie eben braucht.

Was sagt ihr dazu? Was ist euer „Geheinmnis“ funktionierender PartnerInnenschaften?

D.

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