Homophobie im Männerfußball

Jubelnde Spieler

Jubelnde Spieler

Ihr Lieben, heute möchte ich euch an einer Diskussion teilhaben lassen, die ich im Rahmen des Seminars „Intersektionalität von Disability, Heteronormativität und Geschlecht“ von Ute Kalender hatte.  In der heutigen Sitzung ging es um queerness und disability im U.S. Militär im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts.

Diskutiert wurde ein Text von David SerlinCrippling masculinity„, indem es u.a. darum geht, welche Mittel der Inszinierung vom U.S. Militär eingesetzt wurden, um homoerotische Situationen zwischen Offizieren und Rekruten zu vermeiden. Als Beispiel führt Serlin die Situation der Rekrutierung an, im Zuge derer die Soldatenanwärter eingehend auf ihre körperlichen Merkmale hin untersucht wurden (Stichwort: somatotyping; Serlin, S. 164). Um nun die offensichtlich homoerotische Situation zu ‚entschärfen‘, wurde auf hochprofessionalisiertes und professionalisierendes Verhalten zurückgegriffen (Serlin, S.163 f). Es wurde also eine rein medizinisches Vokabular zur Beurteilung der Fähigkeiten der Anwärter benutzt, die Rekrutierung fand in einem kargen, medizinisch ausgestalteten Raum statt, die ÄrztInnen trugen die entsprechende Kleidung usw. Serlin sagt nun in seinem Text, dass dieses Setting notwendig war, da jegliches homoerotisches Begehren zum Zusammenbruch der heteronormativen Strukturen im Militär und damit zum Scheitern der ganzen Institution führen würde (Vgl. Serlin, S. 170).

In der Seminardiskussion stellten wir uns die Frage, welche Institutionen, außer das Militär in historischer Perspektive und auch in heutiger Zeit, noch von der Negierung homoerotischen Begehrens leben und in ihrer Struktur Heteronormativität reproduzieren und bumm, was soll ich euch sagen, wir waren uns einig: das ist ‚König Fußball‘!

Auch hier entstehen im Spiel immer wieder homoerotische Situationen (für die Zuschauenden ebenso wie für SpielerInnen oder TrainerInnen) SpielerInnen haben engen Körperkontakt bei Torjubeln oder Zweikämpfen etc. und dieser Kontakt ist m. E. nur möglich, solange keine_r der Beteiligten offen queer ist. Ein offen gelebtes queeres Leben würde das homoerotische Potential des Spieles greifbar machen, würde die Säulen der heterosexuellen Männlichkeitsnormen hinwegfegen, auf denen Fußball als kommerzialisierter Hochleistungsport gebaut ist.

Als zwei weiterführende Informationsquellen zum Thema Homophobie im Fußball kann ich den Vortrag von Tatjana Eggeling: ‚Homophobie und Fußball‚ von 2006 empfehlen oder für alle Lesefaulen unter euch folgende Reportage des DSF, welche am 28.05.2008 ausgestrahlt wurde:

Teil 1

Teil 2

Teil 3

Teil 4

Teil 5

D.

Advertisements

Eine Antwort

  1. Hey Diana,

    hab gerade den Block plus Eintrag gefunden!

    Klasse Zusammenfassung, hehe.

    Freu mich auf die zweite Version Deines Papers und hoffe, Dir geht’s gut.

    Viele Grüße

    Ute

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: